EZB-Entscheidung 30. April — was das für Baufinanzierer bedeutet
Die EZB hat am 30. April entschieden — und die Entscheidung ist klar: keine Veränderung. Zum siebten Mal in Folge liess der EZB-Rat alle drei Leitzinsen unverändert. Der massgebliche Einlagesatz bleibt bei 2,0 Prozent.
Das klingt zunächst nach einer Nachricht ohne Neuigkeitswert. Ist es aber nicht — denn der Kontext hat sich verändert. Die Inflation im Euroraum lag im April bei 3,0 Prozent, deutlich über dem EZB-Zielwert von 2,0 Prozent. Hintergrund ist vor allem der gestiegene Energiepreis infolge des Konflikts im Nahen Osten. Die Märkte haben ihre Erwartungen gedreht: Noch vor wenigen Monaten wurde mit weiteren Zinssenkungen gerechnet. Jetzt preisen die Geldmärkte ein bis zwei Zinserhöhungen bis Ende 2026 ein.
EZB-Präsidentin Lagarde formulierte es vorsichtig: Bei den Inflationsrisiken überwiegen derzeit die Aufwärtsrisiken, vor allem kurzfristig. Eine Erhöhung beim nächsten Termin am 11. Juni ist möglich — hängt aber davon ab, ob die Inflation im Mai zurückgeht oder weiter steigt.
Was das für Baufinanzierer konkret bedeutet:
Bauzinsen orientieren sich nicht am EZB-Leitzins, sondern an Bundesanleihen und Pfandbriefen — und die haben bereits reagiert. Die Konditionen für zehnjährige Baudarlehen liegen Anfang Mai bei 3,8 bis 4,3 Prozent, je nach Beleihungsauslauf und Eigenkapitalanteil. Eine spürbare Entspannung ist nicht in Sicht.
FAZIT FÜR KAUFINTERESSIERTE
Wer auf deutlich bessere Zinsen wartet, wartet auf etwas, das 2026 unwahrscheinlicher geworden ist. Die Kombination aus stabilen Kaufpreisen und akzeptablen Finanzierungskonditionen ist jetzt vorhanden. Wer die Rahmenbedingungen erfüllt, sollte das Gespräch mit einem unabhängigen Finanzierungsberater jetzt suchen — nicht später.